eTwinning-Preisträger/innen erzählen - Teil 6

23. November 2020 SchuleEuropäische ProgrammeQualität
Foto aus dem Klassenzimmer der Gewinnerklasse. Lehrerin Roswitha Zeger sitzt gemeinsam mit den Kindern in der Klasse.
Die Gewinnerin des Nationalen eTwinning-Preises 2020 und des Sonderpreises für das beste Klimaprojekt berichtet über ihre Erfahrungen und gibt Tipps für zukünftige Projektträger/innen.

Im Rahmen des sechsten Teils von „eTwinning-Preisträger/innen erzählen“ hat sich eTwinning-Österreich mit Roswitha Zeger von der Volksschule am Tabor unterhalten. Sie ist eine sehr erfahrene eTwinnerin der ersten Stunde und hat nicht zum ersten Mal einen eTwinning-Preis gewonnen. Heuer kam neben dem ersten Platz auch noch der Sonderpreis für das beste Projekt zum eTwinning-Jahresthema „Klimawandel und ökologische Herausforderungen“ hinzu.

Frau Zeger, nochmals herzlichen Glückwunsch zu Ihrer Auszeichnung! Wie waren die Reaktionen an Ihrer Schule, als Sie darüber erfahren haben?

Natürlich waren alle, Kolleg/innen, Direktion und die Klasse begeistert. Besonders als wir auch noch den Sonderpreis erhalten haben, mit dem ich wirklich nicht gerechnet habe. Die Elternvertreterin, welche die Verleihung online mitverfolgt hat, hat sofort im Namen aller Eltern gratuliert. Diese haben unser Projekt sehr unterstützt, und somit ist es auch ein Erfolg für die Eltern.

Als mehrfach ausgezeichnete eTwinnerin, haben Sie Tipps für zukünftige Projektträger/innen? Was macht aus Ihrer Sicht ein gelungenes Projekt aus?

Ich habe in meine Projekte immer meine ganze Energie hineingesteckt, man kann auch Herzblut dazu sagen. Man muss es vom Herzen machen und vom Projektinhalt überzeugt sein. Das spüren besonders die Volksschulkinder. Die „Kleinen“ muss man bei ihren Emotionen packen und ihnen zeigen, welche Beziehung der Projektinhalt zu ihrem Alltag hat. Sie müssen es verstehen. Es ist auch ganz wichtig sich die Unterstützung der Eltern zu holen und ihnen klar zu machen, dass trotz der Projektarbeit, der Unterrichtsstoff nicht zu kurz kommt.

In Ihrem Projekt beschäftigen Sie sich mit der Senkung des ökologischen Fußabdrucks. Wie haben Sie Ihre Projektpartner gefunden? Und wie war die Zusammenarbeit mit diesen?

Seit 1999 arbeite ich ununterbrochen an diversen Projekten. Meine ersten Partner lernte ich durch ein Kontaktseminar kennen. Danach blieb immer ein Kernstock bestehen. Partner schieden aus, neue Partner fanden wir auf der eTwinning-Plattform. Für diese nun bestehende Gruppe ist es das zweite Projekt. Die Zusammenarbeit mit allen Partnern war ausgezeichnet, weil wir von Beginn an klare und transparente Arbeitsaufteilungen hatten. Das tolle war, dass immer wieder neue Ideen in die laufende Projektarbeit einflossen. Das gute Ergebnis der Zusammenarbeit beruhte auf dem Nutzen von Spezialwissen und Kenntnissen der einzelnen Partner.

Was hat den Schüler/innen an dem Projekt am meisten gefallen?

In jeder Jahreszeit besuchten wir den Bauernmarkt und einen Supermarkt. Dort hatten die Kinder verschiedene Aufgaben zu erfüllen. Sie durften die Bauern befragen und deren Produkte verkosten. Im Supermarkt sollten sie saisonale und lokale Nahrungsmittel mit einem möglichst kleinen ökologischen Fußabdruck kaufen. Bei diesen Aktivitäten, welche sie im Team durchführten, fühlten sie sich ganz „groß“. Im Unterricht wurden damit einfache Gerichte gekocht. Die Ausflüge zu den diversen Lebensmittelproduzenten begeisterten die Kinder ebenfalls.

Wie haben Sie eTwinning in den Unterricht eingebettet?

Als Grundschullehrerin habe ich den großen Vorteil, Herr über meine Zeit zu sein. Ich kann einen ganzen Tag zu dem Projekt arbeiten. Voraussetzung ist, den Lehrplan zu erfüllen. Mit welchem Inhalt ich das mache, bleibt mir überlassen. Ich habe daher alle Unterrichtsfächer, von Deutsch, Sachunterricht, Mathematik bis zu Religion einbezogen. Das ist eine große Herausforderung aber auch eine Chance kreativ zu arbeiten.

Wie wir erfahren haben, gehen Sie in den Ruhestand. Wird es weitere Projekte an ihrer Schule geben?

Im Moment gibt es an unsere Schule einige Umstrukturierungen, aber wenn alles gefestigt ist, denke ich schon. Der Wunsch Seitens der Leitung besteht.

Zum Schluss: Bitte schildern Sie uns einen „bleibenden“ Eindruck aus dem Projekt.

Ein Teilaspekt dieses Projektes war, den eigenen Fußabdruck so klein wie möglich zu halten. Beim Elternabend im zweiten Projektjahr erzählten mir die Eltern was sie selbst alles lernen und wie toll sie es finden was ihre Kinder wissen, aber es ist so anstrengend und Nerven aufreibend mit ihnen einkaufen zu gehen, weil sie ständig auf die Herkunftsländer der einzelnen Produkte achten müssen. Da dachte ich mir „Ja, es ist bei ihnen angekommen“.

Vielen Dank für das Gespräch und alles Gute für den Ruhestand!

Sie möchten sich mit Ihrem Projekt auch für den Nationalen eTwinning-Preis und das Qualitätssiegel 2021 bewerben? Die Ausschreibung wird im Februar 2021 auf unserer Homepage veröffentlicht. Alle Informationen zum Bewerbungsprozedere finden Sie dann hier.

Nachlesen:

eTwinning-Preisträger/innen erzählen - Teil 1

eTwinning-Preisträger/innen erzählen - Teil 2

eTwinning-Preisträger/innen erzählen - Teil 3

eTwinning-Preisträger/innen erzählen - Teil 4

eTwinning-Preisträger/innen erzählen - Teil 5

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